Neue Geschichten aus dem Wienerwald
Geschichten aus dem Wienerwald weltbekannt, von Johann Strauß Sohn 1868 vertont, von Ödön von Horváth dramaturgisch aufgearbeitet und auch von Helmut Qualtinger interpretiert. Schlicht und einfach Geschichten aus dem Wienerwald kennt jeder. Es geht die Legende im Wienerwald um, daß Rudolf mit seiner Mary kurz vor Mayerling in der Postschänke halt gemacht hat. Alte Gemälde zeugen noch heute von ihrer Anwesenheit. Ob das stimmt, das weiß man nicht.
Hat das Essen nicht geschmeckt, waren die Weine nicht gut, die Pferde nicht getränkt und ordentlich gebürstet, war der Wirt den hohen Herrschaften nicht wohlgesonnen, so zogen sie weiter nach Mayerling um einer anderen Gaststätte die Ehre Ihrer Anwesenheit zu erweisen.
Doch niemand hört das Klopfen an der Tür. Von Hunger und Durst geplagt blieb ihnen nur das Jagdschlösslein vom Vater ausgeliehen und fanden dort das tragische Ende ihres jungen Lebens.
Doch im Wienerwald sagt man, die Wahrheit sei, der Thronfolger ist nicht von seiner eignen Hand ins Jenseits entfleucht, sondern sei schlicht und einfach verhungert.
Das kann jetzt nicht mehr geschehen!
In der Postschänke zur Sulz wird eifrig gekocht, der Wein aus allen Landesteilen fröhlich herbeigebracht, soll jedem zum Genuß gereichen. Das Bier löscht allen Durst und schlechte Laune, dem Reisenden für Bettstatt ist gesorgt um müden Häuptern Rast zu gönnen.
Der Kamin ist warm, die Kerzen lieblich und der Morgen möge niemals kommen, denkt er sich, der Gast mit vollem Bauch. So ist der Brauch in Immervoll’s Postschänke.
Der Kaiser selbst thront bildlich verewigt über seinen Gästen, lächelt zufrieden, denn wie wir wissen hat a -Tafelspitz noch jedes Herz erwärmt, und ein Glaserl vom „Besseren“ noch immer alle Sorgen vertrieben.
So soll es sein, so soll es bleiben
Prost, Mahlzeit.
Siegfried Immervoll